Nach dem gestrigen Einsteigen, und der Verwunderung über das laute Schweigen der Wikipedia, wollen wir uns heute auf eine Reflexion des ersten Tages stürzen. Das Program war umfangreich, insgesamt 22 Panels mit über 23 Stunden Programm, wovon wir uns insgesamt 6,75 Sunden gegeben haben, obwohl wir erst um ca. 13:00 nach 3,45 Stunden Zugfahrt angekommen sind. Hey! Allein schon der erste Tag wäre seine 100 bzw. 60 bzw. 40 Euronen Eintrittspreis wert gewesen. Na hoffentlich gabs noch ein paar Prozente an den Getränken mit 2,5 € pro stillem Wasser dürfte da noch ein bisschen was drinn gewesen sein. Nach 4 Wasser hätten wir zu zweit schon 12,5% vom eigentlich zu entrichteten Eintrittspreis versoffen. Aber da zum Glück jedes 5te Ticket vom Sponsor Strato spendiert wurde (danke sag), und unser 2tes Ticket gerade ein solches 5tes war, war es real gerechnet dann doch 25%. Egal, das. Hier nun unser Fahrplan für den Tag:
Mittwoch, Tag 1:
1. RSS Röhren zum Selberbauen
2. Anonym im Netz
3. ROTFLMAO!!! Trolle im Netz
4. Brauchen wir eine BlogEtikette?
5. Generation Mashup
6. Identität im Netz
Der erste Vortrag über Yahoo-Pipes (1) fing zwar etwas Müde an, offerierte aber im Laufe viel konkrete Praxis. Das hat richtig Appetit gemacht. Ein halbes dutzend möglicher Anwendungsfälle kreisen schon im Kopf. Hach, jetzt müsste ich irgendwie noch meinen Schlafbedarf inne Pipe, wegfiltern, und Hellwach per Regex am anderen Ende wieder rauskommen, in einviertel Echtzeit versteht sich. Sowas ähnlich verfolgt übrigens auch OpenKapow (2).
Beim zweiten Vortrag hatten wir wohl einen echten Hacker, hier Fukami (3), vor der Nase. Selbst Audio-Aufnahmen waren ihm wohl zu supekt. Na Egal. Es brauchte aber definitiv schon einiges an Vorwissen um seinen Ausführungen über Möglichkeiten und Techniken der Anonymisierung folgen zu können. Hier gabs dann auch die erste Warnung: Achte auf Nicht-verschlüßelte Passwörter in offenen WLAN’s!!! Kann man wohl nicht oft genug sagen. Selbst wenn die, die die Passwörter ergattert haben, nichts böses im Schilde führen, können diese auch schonmal ihre Notebooks aus den Augen verlieren. Hoffe Tim (4) hat seins wiedergefunden.
Das anschließende Troll-Plädoyer im Hauptsaal war amüsant und kurzweilig. Hier haben wir auch dann zum erstenmal den SMS-Beamer-Hack (5) von Max in Augenschein nehmen können. Prima Idee: Jede SMS an eine bestimmte Nummer wird sofort auf die große Leinwand im Hauptsaal gebeamt. Genial! Die anschließende BlogEtiketten-Diskussion, war zwar dank O’Reilly-Bezug (6) engangiert vorbereitet, dümpelte aber teilweise ein bisschen herum. Zuviel Konsens, zu wenig Disput. Vielleicht hätte man auf der einen Seite einen Betreiber eines scharf reglementierten Webforum, z.B. des Helden-Forum (7), neben einen Troll-Philosophen setzen sollen.
Die nächste Veranstalung, Generation Mashup, hatte dann den ersten Global-Player in Form von Google (8) auf dem Podium. Der gute Googler Glaubrecht sah sich einigen kritischen Offtopic-Fragen ausgesetzt, die die anfängliche “Lockerheit” etwas verengen lies “Natürlich ist Google ein Wirtschaftsunternehmen!”. Insgesamt hätte ich mir hier an dieser spannenden Stelle mehr konkrete Beispiele gewünscht. Fragen aus dem Publikum, wie z.B. “Welche API’s hast Du mit welchen Tools auf welches Weise eingesetzt?” verhalten zu schnell im GutesGoogle/SchlechtesGoogle Rauschen. Was an sich ja kein schlechtes Thema wäre, aber eben doch ein anderes. Obwohl Tim Pritloves anfixen, hat mit einem Wort schon ‘ne Menge Aussage. Er nannte das bereitstellen kostenloser APIS zur Einführung spätere Geschäftsmodelle auf dem Mashup-Vortrag einfach und richtigerweise anfixen. Machen die Drogendealer das nicht genauso? Aber Egal. Wer sich mal einen echten Überlick über coole Mashups verschaffen will, schaue sich mal die Site programmableWeb (9) an. Absoluter Pflichtklick zum Thema, teilweise extrem drogig!
Die für uns letzte Veranstaltung des Tages war imho eine schicke, elegant lässig dargereichte Präsentationsfolien-Schmeisserei zum Thema Identität im Netz. Mit vielen, vielen, vielen Links, die wie ICE’s in einem Vorstadbahnhof vorbeirauschten. Hoffentlich gibt’s die Folien dann noch im re:publica Wiki (10), damit dem alten Mann sein D-Zug noch draus werden kann. Inhaltlich war es eine Art Gegenveranstaltung, oder sagen wir mal Komplementär-Veranstaltung zum zweiten Track Anonym im Netz. Während es im sechsten Vortrag darum ging, daß was nicht verschleiert werden konnte/sollte aufzuzeigen und zu verbinden, war eben Fukamis Vortrag darauf aus Tools und Handlungsanweisungen aufzuzeigen, die eben die Privatsphäre schützen können. Und die ist eben doch noch immer wie Sauerstoff, existenziell für das Leben nicht nur im Netz.
Sodele, daß war doch schonmal ‘ne Packung. Erschöpft sind wir dann nur noch in’s Bettchen gefallen und gönnten uns nach einer Übernachtung mit Spreeblick, einem fullminanten Frühstück den zweiten, meiner Meinung nach besten, Tag der re:publica. Die Nachlese dazu gibt’s dann in Kürze hier im Teil 3.
(1) = Yahoo-Pipes
(2) = OpenKapow
(3) = Fukami
(4) = Tim’s Notebook ist weg
(5) = SMS-Beamer-Hack und hier die Leinwand
(6) = Call for a Blogger’s Code of Conduct (Hat das mal jemand übersetzt?)
(7) = Helden-Forum mit strenger Aufsicht
(8) = google.code und Das Google-API-Imperium
(9) = programmableWeb
(10) = re:publica Wiki